Die Cuxhavener Küstenheiden
31.08.26

Wenige Kilometer hinter dem Strand liegt ein Naturschutzgebiet, das die meisten Cuxhaven-Urlauber nie zu Gesicht bekommen – und das dabei etwas bietet, was man an der Nordsee nicht erwartet: eine Herde Wisente, europäische Bisons, die in freier Wildbahn schon einmal ausgestorben waren.
Das rund 892 Hektar große Areal erstreckt sich über einen ehemaligen Truppenübungsplatz zwischen Sahlenburg und Berensch. Verwaltet wird es von der DBU Naturerbe. Der Eintritt ist frei, das Gebiet ganzjährig zugänglich.
Die Weidetiere
Heideflächen und Magerrasen wachsen ohne Pflege zu. Vor allem die Späte Traubenkirsche, eine eingeschleppte Art, würde die offene Landschaft binnen weniger Jahre überwuchern. Statt zu mähen, setzt man hier auf große Pflanzenfresser als natürliche Landschaftspfleger – ein Konzept, das gleichzeitig ein außergewöhnliches Naturerlebnis schafft.
Wisente
Die Attraktion des Gebiets. Der europäische Bison war in freier Wildbahn bereits ausgestorben und wurde nur durch Zuchtprogramme aus Zootieren gerettet. In den Küstenheiden lebt heute eine kleine Herde auf einer eingezäunten Weidefläche. Ausgewachsene Bullen erreichen bis zu 3,50 Meter Länge und 2 Meter Schulterhöhe – aus der Nähe eine beeindruckende Erscheinung.
Konik-Pferde
Robuste, wildpferdähnliche Tiere mit charakteristischem dunklem Aalstrich auf dem Rücken. Sie leben ganzjährig draußen, brauchen keine Zufütterung und halten mit ihrem Fressverhalten die Grasflächen kurz.
Heckrinder
Eine Hausrindrasse, die dem im 17. Jahrhundert ausgestorbenen Auerochsen nachempfunden wurde. Wie die Koniks sind sie ausgesprochen widerstandsfähig und bleiben das ganze Jahr über auf der Fläche.
Unterwegs im Gebiet
Ein gut ausgebautes Netz aus Wander- und Reitwegen durchzieht die Heide, dazu ein Naturerlebnispfad und zahlreiche Infotafeln. Ein Aussichtsturm bietet den Überblick über die Fläche – von dort lassen sich die Tiere oft am besten ausmachen, ohne sie zu stören.
Die meisten Wege sind so gut befestigt, dass sie sich mit einem normalen Straßenfahrrad befahren lassen; ein Mountainbike braucht es nicht. Parkmöglichkeiten gibt es im Bereich der Holter Straße, ein praktischer Ausgangspunkt für Touren durch das Gebiet.
Warum sich der Umweg lohnt
Die Küstenheiden sind die windgeschützte Alternative zum offenen Deich. Wenn draußen an der Küste eine steife Brise steht und ein Strandtag anstrengend wird, ist es zwischen Heide, Wacholder und altem Baumbestand deutlich angenehmer – ein Unterschied, den man an der Nordsee schnell zu schätzen lernt.
Dazu kommt die Jahreszeit: Im Spätsommer blüht die Heide und färbt größere Flächen violett. Wer im August oder September in Cuxhaven ist, sollte das nicht verpassen.
Rücksicht auf Tiere und Gebiet
- Bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen. Die Flächen dazwischen sind Lebensraum, kein Spazierweg.
- Halten Sie Abstand zu den Weidetieren und füttern Sie sie nicht. Wisente und Heckrinder sind keine Streicheltiere.
- Hunde gehören hier an die Leine – auch dann, wenn gerade keine Tiere zu sehen sind.
- Nehmen Sie Ihren Abfall wieder mit. Im Gebiet gibt es kaum Entsorgungsmöglichkeiten.
Wer mit Hund unterwegs ist, findet in unserem Beitrag zur Ferienwohnung mit Hund alle Regeln, die in Cuxhaven sonst noch gelten.
Häufige Fragen zu den Cuxhavener Küstenheiden
Nein. Das Naturschutzgebiet ist frei zugänglich und ganzjährig geöffnet. Es gibt keine Kasse und keine Öffnungszeiten – Sie können jederzeit hinein, sollten aber auf den ausgewiesenen Wegen bleiben.
Garantie gibt es keine – die Herde bewegt sich frei auf einer großen eingezäunten Weidefläche und ist nicht immer vom Weg aus zu sehen. Der Aussichtsturm erhöht die Chancen deutlich. Fragen Sie uns vor Ihrem Ausflug: Wir wissen oft, in welchem Bereich die Tiere gerade grasen.
Die Hauptwege sind gut befestigt und geschottert, damit grundsätzlich befahrbar. Ein Buggy mit kleinen Rädern stößt allerdings an Grenzen – ein Kinderwagen mit größeren Rädern ist die bessere Wahl. Nach längeren Regenperioden können einzelne Abschnitte weich sein.
Ja, angeleint. Das Gebiet ist Naturschutzgebiet und beherbergt frei weidende Großtiere sowie Bodenbrüter – freilaufende Hunde sind hier nicht zulässig, auch wenn gerade keine Tiere in Sicht sind.
Im Spätsommer, typischerweise ab August bis in den September hinein. Dann färben sich größere Flächen violett. Der genaue Zeitpunkt schwankt je nach Witterung von Jahr zu Jahr.
Sie sind natürliche Landschaftspfleger. Ohne Beweidung würden Heideflächen und Magerrasen zuwachsen, vor allem durch die eingeschleppte Späte Traubenkirsche. Die großen Pflanzenfresser halten die offene Landschaft frei – schonender und dauerhafter als maschinelle Pflege.
