Die jederzeit nutzbare Seeschleuse bildet das Tor zum „Neuen Fischereihafen“. In diesem Hafenbereich befinden sich die Fischauktions- und Produktionshallen der Cuxhavener Fischindustrie, auch wenn diese im Laufe der Zeit etwas an Bedeutung verloren haben.
Die maritime Geschichte der Region lässt sich übrigens anschließend im Schifffahrtsmuseum Cuxhaven eindrucksvoll erleben.
Zudem sind im Hafenbereich Schiffsausrüster ansässig, die Trawler, Logger und neuerdings auch Offshore-Versorger ausstatten. Am östlichen Ende des Hafens, wo sich auch die Cuxhavener Kühlhäuser befinden, findet der Umschlag von Massengütern wie norwegischen Steinen, Schrott und Dünger statt.
Technische Daten und Aufbau
Die Anlage bietet zwischen dem Außen- und dem Binnentor eine Nutzlänge von 192 Metern und eine Durchfahrtsbreite von 25 Metern. Der Boden der Schleuse befindet sich 15 Meter unterhalb des umliegenden Geländes und liegt rund 9,5 Meter tiefer als der mittlere Tide-Niedrigwasserstand (MTnw).
In der Schleusenkammer sind drei gewaltige Tore installiert, von denen jedes etwa 350 Tonnen wiegt. Diese Tore haben eine Länge von 26 Metern, eine Höhe von 17 Metern und eine Breite von 6 Metern. Das Binnentor ist dabei um anderthalb Meter niedriger als das Mittel- und das Außentor, welche gleichzeitig den Hochwasserschutz für den Hafen gewährleisten.
Das Mittelhaupt: Effizienz und Sicherheit
Durch das Mitteltor lässt sich die Schleuse in zwei kleinere Kammern mit Längen von 90 und 96 Metern unterteilen. Die Anordnung eines solchen Mittelhauptes ist bei Seeschleusen eher unüblich, bietet in Cuxhaven jedoch erhebliche Vorteile. Da für eine klassische Doppelschleuse (zwei nebeneinander liegende Kammern) der Platz fehlte und diese zudem sehr kostspielig wäre, wurden hier beide Kammern hintereinander angeordnet.
Werden einzelne Schiffe in einer kleinen Kammer geschleust, spart dies Zeit und insbesondere Wasser. Da der Wasserstand im Neuen Fischereihafen möglichst auf dem Niveau des normalen Tidehochwassers gehalten werden soll und das Becken keinen natürlichen Zulauf hat, geht bei jeder Schleusung bei niedrigerem Außenwasserstand wichtiges Wasser verloren. Dieser Verlust muss bei Flut oder – falls das Tidehochwasser nicht die üblichen Werte erreicht – durch Pumpen wieder ausgeglichen werden.
Der entscheidende Grund für diese Konstruktion ist jedoch die erhöhte Betriebssicherheit: Selbst wenn ein Tor beschädigt ist oder gewartet werden muss, kann der Schleusenbetrieb weiterhin aufrechterhalten werden. Sogar im Falle eines gleichzeitigen Ausfalls von zwei Toren bleibt der Wasserstand im Hafenbecken stabil.
Steuerung der Anlage
An der Südseite des Schleusenbeckens befindet sich der Befehlsstand des Schleusenmeisters. Eine Plattform in 10 Metern Höhe ermöglicht eine freie Sicht auf beide Seiten. Von einem Stehpult aus werden die Schleusentore betätigt, Signale gegeben und die Schranken gesteuert.
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